Literaturhaus Frankfurt im Dezember

Mittwoch 01.12.10 / 20.00 h / Eintritt 12 / 8 Euro (VVK)
Reinhard Jirgl: Hundsnächte – eine Wiedervorlage mit dem Büchner-Preisträger 2010
Moderation: Helmut Böttiger (freier Literaturkritiker)

„Abschied von den Feinden“ erschien 1995. Reinhard Jirgl war damals erstmalig Gast am Literaturhaus. Man begrüßte einen Autor, der plötzlich größere Bekanntheit erlangt hatte. Bestaunt wurde vielmehr auch sein Roman um zwei verfeindete ostdeutsche Brüder als große wie virtuose Interpretation des vereinigten Deutschlands. „Gehege des Absterbens“, „Vom verstümmelten Paradies“, „Schriftzeichen: die Verrenkungen sterbender Leiber“ oder gar „Herz der Dunkelheit“ titelte das Feuilleton. Jirgl ist seinen Stoffen und auch seiner „textuellen Drift“, seinem ungezähmten Schriftbild (1samkeit + 2=spältige Gefühle), das im Grunde den Leser adelt, treu geblieben. Er hat es ebenso virtuos verteidigt („Land und Beute“) und inzwischen ein Werk geschaffen, für das er in diesem Herbst mit dem Georg-Büchner-Preis gewürdigt wurde. Zeit und Anlass genug, an das Gespräch von 1995 anzuknüpfen und sich samt einem seiner besten Kenner, Helmut Böttiger, dem Folgeroman „Hundsnächte“ (C. Hanser) von 1997 zu widmen.

Samstag 04.12.10 / 20.00 h / Eintritt 22 / 14 Euro (Bewirtung inklusive / nur VVK)
Hütten, Paläste: Thomas Lehr

Jemand, der ein Buch liest, ist ein Denkmal. Eine Säule der Unantastbarkeit.
Ein Stillleben für die Intimität zwischen Autor und Leser. Wir dürfen deren Kreise nicht stören. Wir sollen die Hoheit ihrer gegenseitigen Macht von Suggestion und Deutung nicht hinterfragen. Lesen ist zu höchst privatim. Das Literaturhaus feiert diese Intimität mit Lesungen und Gesprächen in Privatwohnungen. In Villen und Studentenbuden, in Mansarden und Souterrains, in Wohnungen und Gemächern, in Hütten und Palästen gleichermaßen. Zum Auftakt dieses exklusiven Formats „Hütten, Paläste“ liest Thomas Lehr und spricht mit den Besuchern des Abends. Im Mittelpunkt der Roman „September. Fata Morgana“ (C. Hanser), der zu den herausfordernden Romanen unserer Zeit gehört. Und in dem Lehr nicht weniger versucht, als die vernützten Bilder der stimmungsbildenden Katastrophen (Manhattan vs. Bagdad) zu überprägen.

Begrenzte Platzzahl. Keine Abendkasse. Angaben zum genauen Veranstaltungsort in Frankfurt-Niederrad bitte ab 22.11.10 bei Sybille Lonitz unter 069 / 75 61 84 10

Dienstag 07.12.10 / 20.00 h / Eintritt 7 / 4 Euro (VVK)
Schöne Aussichten – Das Frankfurter Literaturgespräch IX
Mit Bodo Kirchhoff, Ina Hartwig, Alf Mentzer und Hubert Spiegel

„Schöne Aussichten“, das ist Literarisches Quartett ohne Quotendruck. Streiten, schlichten und abwägen werden dabei abermals: die freie Literaturkritikerin Ina Hartwig, der hr2-Literaturchef Alf Mentzer und F.A.Z.-Redakteur Hubert Spiegel sowie ein Gast, der stets dazu geladen wird, dieses Mal Bodo Kirchhoff. Mit diesen letzten Schönen Aussichten 2010 wird zurückgeblickt auf das vergangene Bücherjahr. Alle Diskutanten bringen einen Favoriten des Jahres mit, darunter „Das war ich nicht“ von Kristof Magnusson (Kunstmann) und „Drei starke Frauen“ von Marie NDiaye (Suhrkamp). Und nach vorne wird auch geschaut: 2011 ist das doppelte Frisch-Jubiläum, und da ist es an der Zeit für einen „Haltbarkeitstest“. Auf dem Prüfstand steht Max Frischs „Montauk“ von 1981 (Suhrkamp).

Sendung am 31.12.10, 17.00 – 19.00 h

Kooperations- und Medienpartner hr2-kultur

Donnerstag 09.12.10 / 20.00 h / Eintritt 9 / 6 Euro (VVK)
Jacques Palminger & 440 Hz Trio
Jazz und Lyrik

Lieber Herr Palminger, was fällt Ihnen zu Frankfurt ein?

Bank und B-Ebene, Euro und Heroin, Jazz & Lyrik!

Gerade bringen Sie mit den Kollegen von Studio Braun „Rust – Ein deutscher Messias“ zur Theater-Premiere. Als Lyriker haben Sie aber keinen Ruf!

Ich bin ein gefühlsbetonter, stimmungsvoller Mann, der sich vornehmlich ausdrückt in Reim und Rhythmus. Meine Selbstbeschreibung deckt sich genau mit der Definition des Begriffes „Lyrik“ im Duden, das ist wirklich auffällig. Vielleicht bin ich mehr Lyrik, als ich dachte.

Warum die alte Kombination Jazz mit Lyrik?

Man denkt an Manfred Krug, Annekathrin Bürger und die guten Momente der freien Töne in der DDR. Gleichzeitig nehme ich den Begriff und beseele ihn nach eigenem Gusto, und sicherlich werden wir in Frankfurt den ursprünglichen Rahmen dieser Kunstform sprengen.

Warum arbeiten Sie gerade mit dem 440 Hz Trio zusammen?

Das 440 Hz Trio ist die absolut stilsichere Gruppe von Richard von der Schulenburg. Wir haben uns im Übel & Gefährlich kennen gelernt. Die telefonische Verabredung war: Wir treffen uns auf der Bühne und improvisieren unter dem positiven Druck der Live-Situation. Das Ergebnis war so durch und durch überzeugend, dass wir daraus einen ganzen Abend machen wollten. Jetzt haben wir den Salat!

Was dürfen wir denn an Ihrem Abend nicht erwarten?

Jacques Palminger und das 440 Hz Trio werden die Ja-Straße nicht verlassen. Wir lassen uns treiben, wir werden uns im metaphysisch menschlich-musikalischen Austausch befinden, wir werden über die positive Bejahung aller Worte und aller Töne unglaublich frei musizieren. Das glaube ich wirklich! Also kommt mit uns auf die Ja-Straße!

Nora Petroll (Literaturhaus) sprach mit Jacques Palminger.

Freitag 10.12.10 / 19.00 h / Eintritt 5 / 3 Euro (VVK)
Streitfall – Autoren in der Kontroverse XLIV
Mit Klaus Wagenbach, Franziska Augstein, Micha Brumlik, Martin Lüdke
Gesprächsleitung: Peter Kemper (hr2-kultur)

Zu Gast in der traditionsreichen Gesprächsrunde zum aktuellen Sachbuch ist Klaus Wagenbach. Und mit ihm einer der letzten aus einer Generation von unabhängigen, eigenwilligen und leidenschaftlichen Verlegern. Unter dem Titel „Die Freiheit des Verlegers“ (Wagenbach) hat der heitere Geschichtenerzähler jetzt seine Texte über Italien, Politik, das Leben und die Zukunft der Bücher zusammengefasst. In dieser Zukunft ist der jüngste Essay des koreanischen Philosophen Byung-Chul Han bereits angekommen: „Müdigkeitsgesellschaft“ (Matthes & Seitz) zeichnet die pathologische Landschaft einer Gesellschaft, zu der neuronale Erkrankungen wie Depression, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Borderline oder Burnout wie selbstverständlich gehören. Ein dritter Schwerpunkt des Abends liegt auf dem Brief-Dialog zwischen Hannah Arendt und Gershom Scholem. Der jetzt publizierte Briefwechsel (Suhrkamp) ist ein zeithistorisches Dokument, eine Auseinandersetzung über entscheidende Fragen jüdischer Geschichte und jüdisches Selbstverständnis nach der Shoah – geführt von zwei bedeutenden Denkern im 20. Jahrhundert.

Eine Veranstaltung von hr2-kultur in Zusammenarbeit mit Literaturhaus Frankfurt
Sendung am 12.12.10, 12.05 – 13.00 h

Sonntag 12.12.10 / 15.00 h / Eintritt 3 Euro (VVK)
Kinderbuch-Sonntag mit Renus Berbig und Anke Kuhl
Adventsrätseln mit den eiligen drei Königen

Irgendwas stimmt hier nicht. Überall blinkt’s und glitzert’s! Wie soll man denn da dem richtigen Stern folgen, wenn man auf dem Weg zum Jesuskind ist? Die eiligen drei Könige haben ein Problem! Caspar, Melchior und Balthasar sind in der Gegenwart gelandet und sehen nur noch Sterne. Die einen baumeln über der Straße, die anderen kann man sogar essen. Da muss das Publikum helfen! Der Kinderbuchautor Renus Berbig rätselt, die Illustratorin Anke Kuhl zeichnet am Flipchart. Und der cleverste Sterndeuter unter den Zuhörern bekommt bei diesem vorweihnachtlichen Kinderbuch-Sonntag eine Belohnung. „Die eiligen drei Könige“ sind im Deutschen Taschenbuchverlag erschienen.

Eine Veranstaltung des Jungen Literaturhauses Frankfurt / ab 5 Jahren

Das Junge Literaturhaus wird gefördert durch die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung und Commerzbank-Stiftung

Literaturhaus Frankfurt, Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069 – 75 61 84 0 / Fax: 069 – 75 61 84 20 / www.literaturhaus-frankfurt.de

Kristina Koehler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 069 – 75 61 84 11 / koehler@literaturhaus-frankfurt.de

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