Internationaler Literaturpreis Haus der Kulturen der Welt 2010
Aus insgesamt 133 eingesandten Werken von Autoren aus mehr als 50 Ursprungsländern und übersetzt aus 25 Sprachen nominierte die Jury sieben Titel.
Die Bekanntgabe der Preisträger findet am 29. September 2010 um 20 h im großen Auditorium im Haus der Kulturen der Welt statt. Die Festrede hält die diesjährige Trägerin des Berliner Literaturpreises Sibylle Lewitscharoff. Es moderiert der Literaturkritiker Denis Scheck (Druckfrisch). Jan Josef Liefers liest aus der deutschen Übersetzung des Preisträgertitels
Die Jury: Die diesjährige Shortlist zeigt, dass die alten Kategorien von Nationalliteratur, Herkunft und Heimat zunehmend aufgebrochen werden. Neben den besonderen, herausragenden Einzelstimmen sind die vorherrschenden Themen Krieg, Gewalt, Korruption der Eliten und Unterdrückung. Immer häufiger sind es jedoch Geschichten, die von einer Generation von Nachgeborenen erzählt werden, was einen neuen, oft sarkastischen und zynischen Blick auf Romanfiguren eröffnet. Diese bewegen sich zwischen den Welten und sind weder eindeutig zu verorten noch den Kategorien von Gut und Böse zuzuordnen. Zunehmend gibt es Autoren, die mehrsprachig denken und schreiben und die literarischen Weltsprachen Englisch und Französisch erneuern. Die hervorragend übersetzten Werke der Shortlist erschaffen ein literarisches Idiom, das nicht nur in der Themenwahl, sondern auch sprachlich-formal den Zustand der Welt reflektiert ein Schreiben mit Akzent’. Das Erfinden und Weitergeben von Geschichten ist in allen Shortlist-Werken eine Überlebensstrategie.
Folgende Werke und Übersetzer wurden nominiert (in alphabetischer Reihenfolge):
Édouard Glissant: Das magnetische Land, übersetzt von Beate Thill; Yasmina Khadra: Die Schuld des Tages an die Nacht, übersetzt von Regina Keil-Sagawe; Shahriar Mandanipur: Eine iranische Liebesgeschichte zensieren, übersetzt von Ursula Ballin; Dinaw Mengestu: Die Melodie der Luft, übersetzt von Volker Oldenburg; Daniyal Mueenuddin: Andere Räume, andere Träume, übersetzt von Brigitte Heinrich; Marie NDiaye: Drei starke Frauen, übersetzt von Claudia Kalscheuer; Yiyun Li: Die Sterblichen, übersetzt von Anette Grube.
Zur Jury 2009/2010 gehören Christian Döring (Lektor und Literaturkritiker), Georg Dotzauer (Literaturkritiker), Ottmar Ette (Literaturwissenschaftler, Universität Potsdam), Sigrid Löffler (Literaturkritikerin), Katharina Narbutovic (Leiterin Berliner Künstlerprogramm des DAAD), Peter Ripken (Vorstandsvorsitzender ICORN International Cities of Refuge Network) und Susanne Stemmler (Leiterin Bereich Literatur, Haus der Kulturen der Welt).
Gewürdigt werden literarisch herausragende internationale Erzählstimmen der zeitgenössischen Literaturen der Welt sowie die Vermittlungsarbeit des Übersetzens. 2009 gewannen der peruanische Daniel Alarcón mit seiner Übersetzerin Friederike Meltendorf den Internationalen Literaturpreis Haus der Kulturen der Welt für Lost City Radio (Wagenbach Verlag 2008).
Weitere Informationen zu den Nominierten unter: www.hkw.de/literaturpreis















